So vermeiden Bauherren teure, Baugrund-bedingte Nachbesserungen
Der Bau eines Hauses ist für die meisten privaten Bauherren eine aufregende Sache. Ein Eigenheim baut man schließlich nicht so oft. Das Abenteuer „Bauen“ fängt schon mit der Suche nach einem geeigneten Grundstück an: Verkehrsanbindung, Lage und Ausblick müssen stimmen. Woran aber nur die wenigsten Häuslebauer spontan denken, ist die Baugrundbeschaffenheit. Dabei ist der Aufbau des Bodens entscheidend für die spätere Stabilität des Fundaments und für die Statik des Hauses. Außerdem sind in den Verträgen von Baufirmen häufig bestimmte Kennwerte der Baugrundbeschaffenheit als Voraussetzung genannt. Stellt sich im Nachhinein heraus, dass der Boden diesen Anforderungen nicht genügt, muss nachgebessert werden. Das kann dann sehr schnell teuer werden.
Ein Baugrundgutachten als Absicherung
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Laut Gesetzt ist nämlich der Baugrund ein vom Auftraggeber (also dem Bauherren) gelieferter Stoff im Sinne des § 645 (1) BGB und des § 4 Nr. 3 VOB/B. Das bedeutet : Der Bauherr ist schuld, wenn ein Bauunternehmen wegen eines ungeeigneten Untergrundes die Bauarbeiten nicht planmäßig ausführen kann. Denn es liegt in seiner Verantwortung, dem Bauunternehmen einen passenden Untergrund als „Arbeitsmaterial“ zu liefern. Ist dies nicht gegeben, muss der Bauherr die anfallenden Mehrkosten für Zusatzmaßnahmen selbst tragen.
Besser ist es , bereits vor der Planung ein Baugrundgutachten erstellen zu lassen. Denn wenn allenan der Bauplanung Beteiligten frühzeitig genaue Informationen über den Boden des zukünftigen Bauwerkes vorliegen, lassen sich notwendige Änderungen sowie zusätzliche Maßnahmen rechtzeitig in die Planung einarbeiten. Und auch rechtlich sind Bauherren mit einem normgerecht ausgeführten Baugrundgutachten auf der sicheren Seite.
Der Inhalt eines Baugrundgutachtens
Mit einem Baugrundgutachten erhalten Bauherren Informationen über folgende wichtige Punkte:
- Tragfähigkeit und Setzungsverhalten des Bodens
- Informationen zum Grundwasser, vor allem Grundwasserstand und Schwankungsbreiten
- Bodenbedingte Maßnahmen bei der Bauausführung, zum Beispiel die notwendige Sicherung der Baugrube
Die Durchführung der Baugrunduntersuchung für das Baugrundgutachten
Mit Hilfe von Bohrungen werden Bodenproben entnommen. Im Zuge dieser Untersuchungen kann außerdem der aktuelle Grundwasserstand gemessen werden. Neben Bohrungen werden Sondierungen ausgeführt, häufig in Form einer Rammsondierung. Eine Rammsondierung erlaubt präzise Angaben zur Bodenfestigkeit. Aus den Sondierungsergebnissen und seinen regionalgeologischen Kenntnissen kann der Baugrundgutachter schließlich die zulässigen Belastungen des Bodens und die zu erwartenden Setzungen ermitteln. Alle diese Informationen werden zum Schluss im Baugrundgutachten zusammengefasst.
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